Agrirouter

Datenaustausch leicht gemacht - mit dem neuen agrirouter

Landwirtschaft 4.0 bietet enorme Potenziale. Teilflächenspezifische Bewirtschaftung durch vereinfachte Planung und vernetzende Lösungen ermöglichen effizienteres Wirtschaften bei optimaler Umweltschonung.

Die ISOBUS-Norm hat die Kommunikation zwischen Maschinen unterschiedlicher Hersteller spürbar erleichtert. Allerdings ist bisher oftmals der Datenaustausch zwischen Landmaschinen und Softwareprodukten verschiedener Anbieter ein unüberwindbares Problem. Hier gab es bisher aufgrund fehlender Standards kaum Fortschritte. Der neue agrirouter soll diese Hürde überwinden und allen Landwirten ermöglichen, an der Digitalisierung in der Landwirtschaft teilzuhaben. LEMKEN und weitere Landtechnikhersteller haben sich zur Entwicklung des agrirouters zusammengeschlossen, um Konvertierungsprobleme von Daten und die Zahl der Kommunikationsschnittstellen in der Landtechnik deutlich zu reduzieren. In der Praxis sieht der Datentransfer mit dem agrirouter dann beispielsweise so aus:

Der Betriebsleiter plant am PC oder Tablet die Düngung seiner Felder. Mit Hilfe einer App des Anbieters A legt er auf Basis von Bodenkarten, Bodenproben und Ertragserwartung die Düngermenge für die verschiedenen Parzellen fest und schickt den Arbeitsauftrag per Mobilfunk an die Kommunikationseinheit des Pflanzenschutzgerätes vom Anbieter B. Die kombiniert die Daten mit den vom Traktor des Anbieters C übermittelten GPS-Angaben. Der Mitarbeiter düngt nun die einzelnen Parzellen. Diese Arbeit wird gleichzeitig dokumentiert und die Daten automatisiert in die Schlagkartei des Anbieters D eingepflegt, die wiederum mit dem Buchführungsprogramm des Anbieters E gekoppelt ist.

Die Vorteile für den Landwirt

Landwirte können durch die hohe Kompatibilität beim Datenaustausch optimierende Lösungen verschiedenster Hersteller nutzen, wodurch ihre Effizienz in der Wertschöpfung erhöht, Kosten gesenkt und die Umwelt geschont wird. Außerdem wird der Landwirt mit seinem Betrieb zukunftsfähig in Bezug auf gesetzliche Anforderungen in den Bereichen Lebensmittelsicherheit, Nachweispflichten und Kontrollen.

Ohne Agrirouter:

Mit Agrirouter:


Wichtige Aspekte bei der Entwicklung des agrirouters:

 

Offenheit und Transparenz:

Die Datendrehscheibe und deren Schnittstellen sind offen für alle Landtechnikhersteller und App-Entwickler. Mit diesem Strategiewechsel von vielen hauseigenen Insellösungen zu einer allgemein nutzbaren Lösung wollen die Initiatoren die Verbreitung fördern. Die Beteiligten müssen lediglich den Datenaustausch zu einer Datenschnittstelle sicherstellen.

 

 

Kosten

Der Anwender zahlt, neben den individuell anfallenden Kosten für die genutzten Apps, letztendlich nur für die mobile Datenübertragung zwischen Datendrehscheibe und Landmaschine und die Anschaffung einer Kommunikationseinheit. Diese muss an Pflanzenschutzspritze, Düngerstreuer oder Pflug angebracht werden. Sie soll zukünftig zu den Maschinen der teilnehmende Unternehmen kompatibel sein und kann deshalb nach Bedarf von Maschine zu Maschine gewechselt werden. Die Nutzung der nicht profitorientierten Datendrehscheibe ist hingegen kostenlos. Die Gesellschafter des Konsortiums tragen die Kosten für Weiterentwicklung und Pflege.

 

Datensicherheit

Die Sender und Verwerter der Daten, also vor allem Landwirte und Lohnunternehmer, haben die Datenhoheit. Wenn sie sich mit PC, Tablet oder Smartphone an ihrer Drehscheibe anmelden, bestimmen Sie, wer mit wem, in welchem Umfang und in welchem Zeitraum seine Daten austauschen darf. GPS-Informationen,  Düngermengen oder Dieselverbrauch werden nur maximal vier Wochen auf dem Server gepuffert. In diesem Zeitraum muss sie der bestimmte Empfänger (zum Beispiel die Schlagkartei) abgerufen haben. Es erfolgt keine Speicherung.



Daten, Kommunikation und Entwicklung

DKE steht für Daten, Kommunikation und Entwicklung. Getragen wird der Ansatz von einem Konsortium namhafter Agrartechnik-Hersteller, die gemeinsam erkannt haben, dass Farming 4.0 nur funktioniert, wenn ein hersteller- und produktübergreifender Datenaustausch möglich ist. Das Konsortium ist offen für weitere Mitglieder.

Gründingsmitglieder des DKE:

 

LEMKEN       GRIMME       KRONE       HORSCH       KUHN       PÖTTINGER       RAUCH       AGCO       AMAZONE       SDF

Erfahren Sie mehr auf der Agritechnica 2017!

Wenn Sie mehr über den agrirouter oder die DKE erfahren möchten, finden Sie die DKE auch auf der Aritechnica 2017 in Hannover